Unweit des östlichen Ortseinganges von Naturns erblickt man, eingebettet in die in der Talsohle vorherrschenden Apfelgärten, das kleine Kirchlein St. Prokulus, das einst in einsamer Lage in Mitten von Kornfeldern stand. Vermutlich führte an dieser Stelle auch die Via Claudia Augusta vorbei, eine der wichtigsten Römerstraßen, die Norditalien mit dem süddeutschen Raum verband und damit in der Antike eine Möglichkeit zur Alpenüberquerung bot.
Das Kirchlein St. Prokulus ist ein kunsthistorisches Kleinod, das trotz intensiver, internationaler Forschungsarbeit noch immer so manches Geheimnis birgt. Aufgrund des Turms mit Doppelbogenfenstern und gemauertem Spitzhelmdach wirkt die Kirche auf den ersten Blick romanisch, der Turm wurde jedoch erst um 1185 an die bereits bestehende Kirche angebaut. Über die Erbauung der Kirche sind sich Experten uneins. Vermutlich reicht sie ins späte 8. Jahrhundert zurück.
Das Prokulus Museum führt durch vier Raum-Zeit-Stationen, die für das Kirchlein maßgeblichen Epochen Spätantike, Frühmittelalter, Mittelalter und die Zeit des 30-jährigen Krieges mit der verheerenden Fleckfieberepidemie.