Alte Karten sind in den letzten Jahrzehnten zu einer unverzichtbaren Forschungsgrundlage geworden. Sie fungieren nicht als neutrale Informationsträger, sondern dokumentieren die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse einer bestimmten Zeit. Dabei fiel ihnen als Propagandamedium eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zu. Kriege wurden mit ihrer Hilfe geplant und durchgeführt, Grenzen und Territorien visualisiert, Grenzstreitigkeiten beigelegt und Länder verwaltet. Zudem zeigen viele Karten unter anderem auch Bergbaugebiete, land- und forstwirtschaftliche Nutzflächen, Industriegebiete, das Straßen- und Eisenbahnnetz sowie Wanderwege und Skirouten. Diese Ausstellung bringt in mehr als 80 Karten und Kartenausschnitten, die vor allem aus Tiroler Archiven und Bibliotheken stammen, die Verbindung von Kartografie, Politik und Wirtschaft am Beispiel von Tirol nähe, im Kontext der allgemeinen Entwicklung der Kartografie von der Antike bis ins 20. Jahrhundert. Thematisch konzentriert sich das Projekt auf die Anfänge der Kartographie (16./17. Jhd.), Tirol im Bild deutscher, niederländischer und französischer Kartographen, Naturkatastrophen, der Beginn der Vermessungen, Peter Anich, Landesaufnahmen, Verkehr, die Entdeckung und Eroberung der Berge, Bergbau und Landwirtschaft sowie Krieg und Propaganda.