Der Glaube kann Berge zwar nur im übertragenen Sinne versetzen, jedoch setzt er sich oft über Grenzen hinweg. So gibt es Trentiner Architektur in Innsbruck, etwa die Annasäule, oder religiöse Bauten wie die Kirche St. Anna in Trient. Es ist Architektur, die sich jeweils zwischen den Gebäuden in den alten deutschen Stadtvierteln findet. Dort ließen sich hauptsächlich deutschsprachige Bergleute nieder, deren Schutzpatronin die Heilige Anna ist. Auch in der Hofburgkirche in Brixen ist die Heilige Anna als Statue zu sehen. Der Kult der heiligen Anna, Mutter Marias und Großmutter von Jesus, erfreute sich vor allem im deutschsprachigen Raum großer Beliebtheit, wo die Heilige als Schutzpatronin großbürgerlicher Familien sowie von Zimmerleuten und Bergleuten ein wichtiger Bezugspunkt für die weibliche Bevölkerung war und für Fruchtbarkeit im Alter und Autorität in der Familie stand. Das Museo Diocesano Tridentino will in Zusammenarbeit mit dem Diözesanmuseum Hofburg Brixen dieses Phänomen der Heiligen Anna untersuchen, das im Gebiet von Innsbruck bis Trient verbreitet ist, und illustriert es mit Gemälden und Skulpturen aus dem 15. bis 17. Jahrhundert. Darüber hinaus schlägt die Ausstellung Wanderrouten durch das Gebiet vor, auf denen das Publikum Fresken und Altarbilder zur Heiligen Anna besichtigen können, die nicht in das Museum übertragen werden können.