Im Herbst 1944, wenige Monate vor Kriegsende, beginnt bei Meran der Abbau von Beryllium auf Befehl der deutschen Besatzer, das Legierungsmetall wird zur Produktion der Vernichtungswaffe V2 von der Masul-Schlucht nach Peenemünde an der Ostsee verschickt. Aus dem beliebten „meergrünen Edelstein“ wird ein Legierungsmetall für die Außenschale der ersten Raketenwaffen.
Der Wert und der Abbau von Bodenschätzen ist immer von politisch-militärischen Machtfaktoren mitbestimmt. Aus den politisch extremen zwanzig Jahren zwischen 1935 und 1955 präsentieren wir vier Rohstoffe des Tiroler Bergbaus, die in Süd- und Nordtirol über fünf politische Systeme hinweg – zwischen Diktatur, Monarchie und Republik – nur für kurze Zeit Bedeutung erlangten.
Diese vier Bodenschätze gehören nicht zu den Erzen des traditionellen Tiroler Bergbaus, sondern sind typische Industrierohstoffe des 20. Jahrhunderts: Zink, Molybdän, Beryllium und Uran. Ihr Abbau hatte auch sonst wenig mit dem traditionellen Bild vom Bergbau zu tun, dienten sie doch vor allem der modernen Rüstungsindustrie. Dokumente, Fotos, Grubenpläne, Interviews, Luftbilder u. v. m. von den vier Bergbauen werden digital aufbereitet und mit einigen transportablen Objekten in einem mobilen Ausstellungscontainer auf eine Reise durch die Euregio gehen.